Wo ich bin
Zu meiner Ausstellung im Kunstraum Püscheid im Westerwald
Es ist natürlich nicht wichtig, an welchem Ort ich mich befinde, dennoch befindet sich jeder an einem Ort, an einem Punkt, in einer Situation. Es ist sicher auch ein bisschen ”woher kommen wir, wohin gehen wir“ darin, aber unsere Existenz gibt uns nur weiter sinnlose Rätsel auf. Ich dachte mehr an den Verlauf meiner Arbeit, also meiner Mal- und Farbarbeiten, die für mich ein weiteres Mal einen markanten Punkt erreicht haben.
Ich bin in der Farbe, wo ich hin wollte. Ich will bewegen, vielleicht nicht gerade Berge versetzen, das wäre von gemalter Farbe auch viel verlangt. Einen starken Beweggrund zu spüren, also ein Motiv zu haben und dem zu folgen, ist schon eine kleine Sensation, und ich teile gerne. Also dann zeige ich Euch jetzt ‘mal meine Sonne…
Ein quasi Credo, von einem Künstler, den ich sehr schätze, Nicola de Maria, lautet:
”Ich bin aus dem Reich der Blumen“.
In dieser Metapher liegt viel, das meiner eigenen Haltung sehr nahe kommt. Eine Existenz führen, die in Abhängigkeit von vielen Einflüssen entsteht, deren Entfaltung und Blüte nicht allem trotzen mag, der Schönheit und Vergänglichkeit immer verbunden. Manchmal unscheinbar und klein. Mal stachelig und farblos. Mal riesig und prächtig. Einem Italiener nimmt man Pathos nicht krumm. Ich mir aber auch nicht.
In meinen neuen Arbeiten verzichte ich auf erkennbare Bezüge, vermeide die Assoziation mit einer visuellen Erfahrung aus Natur und Alltag. Wenn man möglichst viel weglässt, bleibt nur noch wenig übrig. Das Wenige sind Farbflächen, die sich in einem scheinbar übersichtlichen Dialog zu anderen Farbflächen befinden. Aber geringfügige Abweichungen vom Wahrscheinlichen, ob in der Form oder in der Farbtönung oder im Materialauftrag, entwickeln enorme Reize, nunja. Jedenfalls, wenn man so schaut wie ich oder Christoph Beyer. Und da sind diese Winzlinge, auch die größeren, plötzlich wahre Titanen, ich übertreibe vielleicht.




